1 Die 4 Bausteine des „Miteinander-Kompass“
1.1 Baustein 1: Das Foto-Recht (Privatsphäre & Recht am eigenen Bild)
- Kernbotschaft: Ich darf nicht jeden einfach fotografieren. Mein Bild gehört mir.
- Die Regel: „Erst fragen, dann knipsen!“
- Idee für den Unterricht:
- Das Stopp-Schild: Jeder Schüler bastelt ein Stopp-Schild. Im Rollenspiel versucht einer, ein Foto zu machen. Der andere hält das Schild hoch. Das übt das Neinsagen.
- Das Foto-Versteck: Bilder von Orten zeigen (Toilette, Umkleide, Klassenzimmer, Park). Die Schüler sortieren: Wo ist das Handy „tabu“ (Rot) und wo ist es okay (Grün)?
1.2 Baustein 2: Ärger im Chat (Mobbing & Gefühle)
- Kernbotschaft: Ein Wort auf dem Bildschirm tut genauso weh wie ein geschriebenes Wort.
- Die Regel: „Ich schreibe nichts, was ich nicht auch sagen würde.“
- Idee für den Unterricht:
- Der Gefühle-Check: Man zeigt Chat-Nachrichten (vorgelesen oder als Audio). Beispiele: „Du bist dumm“, „Cooles Shirt“, „Nerv nicht“. Die Schüler ordnen Smileys zu (traurig, wütend, fröhlich).
- Der Gruppen-Chat-Simulator: An einer großen Tafel wird ein Chat „nachgebaut“ (mit Papierstreifen). Wenn eine gemeine Nachricht kommt, besprechen alle: Wie fühlt sich das an? Was machen wir jetzt? (Nicht antworten, Screenshot, Lehrerin zeigen).
1.3 Baustein 3: Das echte Leben vs. Handy
- Kernbotschaft: Wenn ich mit dir rede, schaue ich dich an, nicht mein Handy.
- Die Regel: „Handy weg, wenn wir reden.“
- Idee für den Unterricht:
- Der Handy-Parkplatz: Eine Kiste oder ein markierter Bereich auf dem Tisch basteln. Wenn gegessen oder gespielt wird, „parken“ alle ihre Handys dort.
- Video-Analyse: Ein kurzes, überspitztes Video drehen (oder zeigen), in dem zwei Leute nebeneinander sitzen und nur aufs Handy starren. Frage an die Klasse: Sind das Freunde? Haben die Spaß? Was läuft falsch?
1.4 Baustein 4: Was ist erlaubt? (Gesetze einfach erklärt)
- Kernbotschaft: Manche Dinge sind verboten, weil sie gefährlich sind oder die Polizei sie verbietet.
- Die Regel: „Keine Nacktbilder, keine Gewalt-Videos.“
- Idee für den Unterricht:
- Der Rucksack-Check (Sortierspiel): Man hat einen physischen Rucksack und Kärtchen mit Symbolen (Gewaltvideo, Sticker, Nacktfoto, Musik).
- Was darf in meinen „digitalen Rucksack“ (aufs Handy)?
- Was ist „Müll“ oder „Gift“ (muss sofort gelöscht/gemeldet werden)?
- Der Notfall-Knopf: Erarbeitung einer konkreten Handlungsstrategie. Wenn ich so ein Bild bekomme -> Handy umdrehen -> zum Erwachsenen gehen.
- Der Rucksack-Check (Sortierspiel): Man hat einen physischen Rucksack und Kärtchen mit Symbolen (Gewaltvideo, Sticker, Nacktfoto, Musik).
2 Material-Ideen zur Umsetzung (Haptisch & Visuell)
- Die Frage-Karte: Eine laminierte Karte für die Hosentasche. Darauf ein Piktogramm: Auge + Kamera + Fragezeichen. Bevor ich ein Foto mache, zeige ich dem anderen die Karte (als Hilfestellung, wenn das sprachliche Fragen schwerfällt).
- Bodenanker: Große rote und grüne Teppichfliesen. Du liest eine Situation vor („Tim fotografiert heimlich Susi“). Die Schüler müssen zur richtigen Farbe rennen.
- Hörspiele: Kurze Audio-Schnipsel für Schüler, die nicht gut lesen können. Situationen werden als kleines Hörspiel vorgespielt, danach Diskussion.